1.4462: Nichtrostender, austenitisch-ferritischer Duplex Stahl

Überall da, wo Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit dem Material zusetzen, braucht man rostfreien Edelstahl. Die Chemiebranche, wie auch die Öl-, Gas- und Prozessindustrie kommen ohne Edelstahl nicht aus. Auch in der Schiffsausrüstung und Meerestechnik wird zwingend rostfreier Edelstahl eingesetzt. Der Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4462 kann aufgrund seiner hohen Beständigkeit insbesondere in der chemischen und petrochemischen Industrie eingesetzt werden. Er ist besonders für solche Situationen geschaffen, bei denen eine Kombination von Korrosionsbeständigkeit, Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion, sowie eine hohe Festigkeit und Streckgrenze gefragt sind.

Doch was macht den Edelstahl mit der Werkstoffbezeichnung 1.4462 eigentlich aus? Wo liegt der genaue Unterschied zwischen diesem Edelstahl und anderen?

1.4462: Hohe Korrosionsbeständigkeit

Der 1.4462 zeichnet sich durch eine hohe Korrosionsbeständigkeit aus, gerade in sauren und chloridhaltigen Medien, wie etwa bei Phosphor- und organischen Säuren. Diese Art des rostfreien Edelstahls ist daher wie geschaffen für Branchen, die mit Säure arbeiten oder aber für Umgebungen, die starker Feuchtigkeit ausgesetzt sind.

Die Eigenschaft dieses rostfreien Duplex-Stahls hängt mit dem Gefüge, auch Mikrostruktur genannt, zusammen. 1.4462 hat durch seine austenitisch-ferritische Struktur eine höhere Beständigkeit gegenüber Spannungsrisskorrosion, die der Beständigkeit austenitischer Stähle überlegen ist. Die Beständigkeit und Festigkeit des Edelstahls mit der Werkstoffnummer 1.4462 führt gerne auch zum Einsatz in der Bauindustrie. Der Nickelgehalt dieses Edelstahls ist relativ gering.

Die Beständigkeit gegenüber Spannungskorrosionen ist eine besondere Stärke des Edelstahls mit der Werkstoffnummer 1.4462: Denn feine Rissbildungen können mit dem bloßen Auge kaum erkannt werden. Nach außen sieht das Edelstahlprodukt noch intakt aus, aber im Innern ist es bereits zersetzt und wird instabil. Der Edelstahl 1.4462 ermöglicht aufgrund seiner Eigenschaften lange und zuverlässige Einsatzmöglichkeiten.

Mechanische Eigenschaften von 1.4462

Der rostfreie Edelstahl 1.4462 kann am besten mit einer Wärmebehandlung zwischen 1.040 und 1.100 Grad Celsius verarbeitet werden. Wer den 1.4462 schmieden will, muss den Stahl langsam auf 1.100 Grad Celsius erwärmen. Dies muss langsam geschehen, weil er sehr empfindlich auf die Thermoschockbeanspruchung reagiert. Unter Thermoschock versteht man die schnelle, schockartige Veränderung der Temperatur am Werkstoff. Dies führt zu mechanischen Spannungen zwischen dem äußeren und inneren Teil des Materials, da die Wärme zur oder von der Oberfläche schneller übertragen bzw. abgeführt wird als zum Inneren. Innerhalb der Temperaturspanne zwischen 1.200 und 950 Grad Celsius kann der 1.4462 geschmiedet werden. Anschließend muss der 1.4462 schnell abgekühlt werden, entweder an der Luft oder im Wasser.

1.4462 ist nur bedingt schweißbar. Die Schweißbedingungen richten sich nach dem jeweiligen Verfahren.

Das Austenit und der Ferrit verleihen dem 1.4462 eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit in sauren und chloridhaltigen Medien. Allerdings sind es diese Eigenschaften, die es schwierig machen, diesen rostfreien Edelstahl zu drehen, zu fräsen und zu schleifen. Die spanabhebende Bearbeitung erweist sich damit als sehr schwierig.

Wenn Sie noch Fragen zu unserem rostfreien Edelstahl mit der Werkstoffbezeichnung 1.4462 haben, kontaktieren Sie unser STAPPERT Verkaufsteam. Unser kompetentes und erfahrenes Team informiert Sie gerne ausführlich.

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